Teil 3:

Warnungen, Scharlatane und eine schamlose Kopie

Frau Schwennold warnt vor Scharlatanen

Aber Frau Schwennold betätigt sich auch als Verbraucherschützerin und wird nicht müde, uns vor den Scharlatanen der Branche zu warnen:

  • Ach ja, klagt auch Schwennold, “sehr viele Scharlatane“ sind unterwegs, die “ihr Unwesen treiben“ und die Leute neppen “mit Kaffeesatzlesen oder Glaskugelgucken“. [1]
  • … machte die Astrologin deutlich, dass sie nicht mit ihren suspekten Kolleginnen vom Jahrmarkt in einen Topf geworfen werden möchte. FĂĽr diese Art von Abzockerei findet sie Bezeichnungen wie »Humbug« oder »Scharlatanerie«.[4]
  • “Besonderen Wert legt Schwennold auf die Seriosität ihrer Tätigkeit und möchte auf gar keinen Fall in die Ecke der Jahrmarkts-Wahrsagerinnen gesteckt werden“ [10]

Und damit hat sie natürlich vollkommen Recht! Schaut man sich deren Prognosen an, dann stehen einem die Haare zu Berge. Zum Beispiel der “Astrologe“ Rei Souli, dessen unsinnige Prognosen ihr wohl nur ein mitleidiges Lächeln entlocken können. Während die große Patricia die Vizeweltmeisterschaft der deutschen Kicker treffsicher voraussagte, lag Souli mit seinen Fußballtipps meilenweit daneben:

  • “Deutschland wird bei der FuĂźball-WM gegen Kamerun verlieren.“ [15] – das Spiel endete bekanntlich 2:0 fĂĽr unsere Jungs
  • “mein Favorit ist Spanien.“ [16] sagte er auf die Frage nach dem nächsten Weltmeister: Wieder nichts!
  • “Den deutschen WM-Kickern prophezeit Souli einen Sieg ĂĽber Irland“ [14] – Wieder daneben: 1:1 gings aus!

Die schamlose Kopie: Patricia B.

Wenn ich hier schon ĂĽber Scharlatane schreibe, dann darf eine nicht fehlen: die schamlose Kopie der groĂźen Patricia Schwennold: eine Frau die sich Patricia Bahrani  nennt (natĂĽrlich ist der Name falsch, s.u.). Die hat nicht nur den Vornamen der unvergleichlichen Patricia Schwennold vereinnahmt, sie kopiert gleich deren ganzen Lebenslauf:

  • “Patricia Bahrani, Tochter eines indischen Ingenieurs und einer Ă–sterreicherin“ [20]
  • “Denn die Bahrani lebt mit ihrer Familie in Kötzting.“ [21]
  • “Sie kombiniert drei verschiedene Verfahren der Astrologie: das indische, chinesische und westliche …“ [23]
  • “…die hat sie auf einer MĂĽnchner Astrologenschule, in China und Indien, von der Pike auf gelernt“ [21]

Aber vor dieser Frau kann man wirklich nur warnen! Ihre Fehlprognosen sind fast schon sprichwörtlich:

  • “Helmut Kohl jedenfalls soll nicht der an die Spree ĂĽbersiedelnde Kanzler sein. Schon im Herbst werde er das Ruder am Kabinettstisch einem neuem Mann ĂĽberlassen mĂĽssen – aufgestellt von SPD, GrĂĽnen und FDP.“ [17] sagte sie am 31.10.1995 voraus – absolut daneben!
  • “Anfang Dezember diesen Jahres werde der russische Präsident Jelzin sterben“ [18], fabulierte sie im Oktober 1997 – aber der Mann lebt noch heute!
  • “Am 23. März 2000 wird bei MĂĽnster ein Anschlag auf die Bundesbahn verĂĽbt, bei dem viele Menschen den Tod finden“ [19] – auch hiermit lag sie meilenweit daneben!
  • “Ein Flugzeug, das von den Kanaren nach Deutschland fliegt, wird abstĂĽrzen“ [19] – Nein, Frau Bahrani – auch diese Prognose fĂĽr 2000 war daneben!

Diese Reihe ließe sich noch weiter fortsetzen, aber ich denke das reicht fürs erste! Nur gut, dass manche diesen Spuk nicht mitmachen: “Bürgermeister Rohde hat sie nicht um Auskunft gebeten. Sein Büro hat ihr die angeforderten Unterlagen zu Geburtsort und –termin verweigert.“ [20] Bravo Herr Rohde! So ist es recht! Und selbstverständlich: “Vorausgesehen hat Patricia Bahrani dies allerdings nicht.“ [20] Natürlich nicht! Wie denn auch?

Und dann gibt es noch einige ewige Besserwisser, die zu behaupten wagen, Patricia Bahrani und Patricia Schwennold seien identisch! So ein Unsinn! Das grenzt ja an Verleumdung! Dank eines pfiffigen Reporters der Passauer Neuen Presse wissen wir doch, dass Frau Bahrani bürgerlich – ganz profan – Lehmann heißt [21]. Und auch ein weiteres zum “Beweis“ dieser haltlosen These aufgeführte Argument ist absolut lächerlich. Dass bis zum 5.9.2001 nur Frau Bahrani, ab dem 27.9.2001 jedoch nur noch Frau Schwennold in Presseberichten auftaucht weiß ich wohl, aber dies ist natürlich einfach zu erklären. Da sie - wie sie in einem inzwischen leider nicht mehr im Internet zugänglichen Interview mit der Frankenwelle Nürnberg vom Oktober 2001 erläuterte - nach den Geschehnissen vom 11. September in New York (die sie natürlich vorhergesehen hatte) viele Anfragen von besorgten Mitmenschen bekommen hatte, war sie es einfach leid, in der Presse nur die ungeheuerlichen Prognosen ihrer “Kopie“ zu lesen. Deshalb hat sie sich dann auch an die Öffentlichkeit gewandt. Und der Erfolg gibt ihr ja auch Recht: Seitdem bleibt Patricia Bahrani glücklicherweise verschwunden …

Aber genug zu diesem eher unappetitlichen Thema. Ich bin froh, dass ich durch Frau Schwennold zumindest ein wenig mehr über die Zukunft weiß als andere, ungläubige Zeitgenossen. Und hoffentlich kommt sie auch bald mal in meine Heimat, dann kann ich von ihr endlich meine persönliche Zukunft erfahren …

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© Michael Kunkel im Mai 2003